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April: Hello Hearts!

von Susanne Kaloff
am

MUST READ APRIL

Kolumnistin Susanne Kaloff macht sich ab sofort jeden Monat ein paar Gedanken für uns, wie die Tage und Nächte süßer werden. Also theoretisch jedenfalls.

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Oh Excusez-moi, ich bin total spät dran, es ist ja schon Mitte April! Ich fasse mich kurz:

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Es gibt wenige Dinge, die einem helfen zu leben. Meine Alltime Number One: Ins Kino gehen. Der einzige Ort der einem hilft, zu leben. Ich glaube, Jean-Luc Godard hat das mal gesagt, aber ich bin nicht sicher, weil ich nicht dabei war, als er es womöglich sagte. Den nächsten Film, den ich ansehen werde, ist „Drei Tage in Quiberon“. Romy Schneider hat sich dort den Fuß verknackst, als sie über die Klippen sprang, und Marie Bäumer spielt sie ganz gut, glaube ich. Jedenfalls das, was ich im Trailer sah. Romy sagte mal: „Meine Angst bringt mich noch mal um.“ Aber auch bei dieser Feststellung war ich nicht dabei.

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Was auch hilft im Leben sind Listen. Auf einer dieser Listen in meinem Kopf steht schon viele Jahre ein weißes Herrenhemd von Van Laack, das ich mit meinen Initialen besticken lassen will. Nur ganz klein, links unten, unter der Brusttasche: S.K. Am liebsten hätte ich von solchen Hemden fünf Stück, für jeden Wochentag eins. Reinweiß wie Koks würden sie im Schrank hängen wie in jenem Psycho-Kleiderschrank von Mickey Rourke in 9 ½ Wochen. Bis heute habe ich es nicht geschafft, diese Uniform anzuschaffen. Dabei wäre es gut investiert.

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Investiere in dich selbst, das hast du dir verdient. Habe ich das? Ich glaube, wir verkackeiern uns manchmal ganz schön when it comes to burning money. Ich auf jeden Fall. Bestes Beispiel: Haarspangen aus Kopenhagen. Es sind Retro Haarklammern aus Plastik, vermutlich Überreste aus den Siebzigern aus einer rammeligen dänischen Drogerie. Sie sind das Gegenteil von robust, aus Vollkunststoff, sie haben so hübsche blaue und bronzefarbene Plastikblüten. Ich sah sie bei einer Freundin und drehte durch: Ich sterbe ohne diese Haarklammern. Sie erinnerten mich an einen Urlaub in Rimini. Sie schrien mich an: „Du wirst aussehen wie 17, Suse!“ Ich bestell gleich drei via Instagram (Transaktionen, die mit dem Satz „Direct message me“ beginnen, enden immer knietief im Dispo). Warum drei? Das fragte ich mich später auch. Für meine drei Haare, haha. Nein, weil eine hätte sich doch nicht gelohnt bei dem teuren Porto. Nun kamen sie an. Sie sind süß. Bis ich die Kreditkartenabrechnung sah: 46 Euro für drei Haarklammern. Ist das nicht meschugge?

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Ja, das ist es. Und das muss sich ändern. Dafür kaufte ich aber erst mal wieder was. Ein Buch zum Downloaden. Es heißt Money Love von Meadow Devor. Neun Dollar neunundneunzig investierte ich also in mein Vorhaben, mich zu bessern. Die Amerikanerin erzählt darin, wie sie sich finanziell ruinierte und dadurch rausfand, welches Verhältnis sie zu Geld hat. Nun ist sie reich, tippe ich, weil alle ihr Buch für 9 Dollar 99 runterladen. Ich gönne es ihr, aber bin noch keinen Schritt weiter. Außer, dass ich nun weiß, dass ich zu viel ausgebe. Aber das wusste ich davor auch schon. Sie sagt, dass alles Geld, das wir ausgeben, eine bewusste Entscheidung sei. Stimmt, man knebelte mich nicht oder zwang mich, die drei ranzigen Haarklammern zu ordern. Was ich sagen will: Bewusstsein ist auch hier das Schlüsselwort. Ich werde ab sofort bei jeder Transaktion genau hinfühlen und mich fragen: Was erhoffst du dir mit dem Kauf?

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Ich hab’s! Ich wollte gar keine Haarspangen haben, in Wahrheit wollte ich meine Jugend zurück. Und dafür erschienen mir 46 Euro echt günstig. Auch ist dieser Art des Eingriff non-invasiv.  Alleine für einen Satz hat sich die Ausgabe für das Geld-Buch übrigens schon gelohnt: Ich muss mir nicht mal Schuhe anziehen, um Geld zu verdienen. Denn mir fiel auf: Ich muss mir nicht mal Schuhe anziehen, um Geld zu verdienen! Wenn man das sagen kann, ist das doch eine ganz gute Bilanz. Sollte jemand da draußen Interesse haben an einer hautstraffenden Retro-Haarklammer, direct message me, please.

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