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November: Hello Hearts!

von Susanne Kaloff
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Kolumnistin Suse Kaloff kippt sich eine Limo hinter die Binde, fühlt sich wie Jenny Elvers und sieht Lila. Nee, sonst echt alles super diesen Monat!

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Letzte Woche war ich in einer Bar, was eigentlich keine Meldung wert wäre, wäre die Bar nicht so außergewöhnlich hübsch gestaltet und hätte ich dort nicht nichts getrunken. Sie heißt Vuspeakeasy und wird von Bao betrieben, der mit seiner Familie auch das Vu, ein klasse vietnamesische Restaurant in der kleinen Freiheit 68, macht. Es gibt dort nur 13 Sitzplätze, 4 Stehplätze und keine Getränkekarte. Am besten früh hingehen, (öffnet um 19 uhr), nebenan ein vietnamesiches Crêpes essen, einen kleinen Absinth-Cocktail schlürfen oder, Tsss, eine Ingwerlimonade trinken und unbedingt so tun, als sei es das normalste der Welt.

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Was es doch auch ist! Ich sage das so locker, aber als ich die Bar betrat, flüsterte ich meiner Freundin zu: „Mir ist das peinlich, hier nichts zu trinken!“ Also keinen Alkohol, meinte ich. Sie meinte, ach Käse, ist doch Wurscht. Also setzten wir uns auf einen der dreizehn Hocker und ich tat zum hundertsten Mal so, als sei der Inhalt in meinem Inneren relevanter als jener in meinem Glas. Beide Läden sind übrigens direkt nebeneinander in der Karolinenstraße 18.

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Genug von Drinks und inneren Debatten! Ach nein, noch nicht genug! Ganz vergessen, warum ich in der Bar war! Es kam so, dass der NDR einen Beitrag über mich, also eher über mein Buch „Nüchtern betrachtet war’s betrunken nicht so berauschend“ drehen wollte. Der Beitrag geht knapp vier Minuten und wird an diesem Sonntag um 18.45 beim Roten Sofa gezeigt. Auf dem Sofa sitze nicht ich, sondern Jenny Elvers, weil sie dort vor ein paar Jahren mal sehr betrunken saß und nun auch ein Buch geschrieben hat, über das sie reden wird. Wenn man vier Minuten Film braucht, bedeutet das einen halben Drehtag. Ich also die Bude und mich aufgeräumt, um am Feiertag das Kamerateam zu begrüßen, als seien sie meine Familie, die zu Kaffee und Kuchen kommen.

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Was ich anhatte? Gute Frage! Schwarze Jeans, Cowboyboots aus Texas und den V-Neck Pullover, aus dem ich seit zwei Monaten nicht mehr rauskomme: Lila Kaschmir, Oversized, By Crasca. Ja, das ist Werbung, stimmt. Um Reklame für mich zu machen, mussten auch paar O-Töne auf der Partymeile in der Schanze eingefangen werden. Ich stolperte also zehn Mal in Folge alleine und ohne in die Kamera zu schauen das Schulterblatt entlang, auf dem in der Sonne Millionen Menschen saßen, die vermutlich dachten, ich sei Jenny Elvers. Unter anderem auch wegen des Fellpuschelmikrofons, das beim Gehen über meiner Birne schwebte. Oh ja, auch das war mir peinlich!

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Sich für etwas zu schämen hat einen interessanten Beautyeffekt: Es strafft den Charakter. Vielleicht weil dir nichts besser zeigt, wer du bist, wenn dir etwas unbehaglich ist, du dich schämst, es unbequem ist und du es dann dennoch tust. Dennoch, trotzdem und mit geradem Rücken gerade deshalb!

2 Kommentare

Liebe Suse,
Schön, dass du kleine Peinlichkeiten nicht als Schwäche siehst. Ich bekomme immer hektische Flecken bei jeder Kleinigkeit. Vielleicht ändert sich das, wenn ich es unter dem beauty Aspekt betrachte. Oder genau das ist mein Beauty Geheimnis: regelmäßige Durchblutung meiner Wangen.
Liebe Grüße,
Karo

von karo am 06.11.18

Hello Suse,
Gute Frage, was Du anhattest;)Komme auch aus einem Pullover seit einiger Zeit nicht mehr raus. In Cowboyboots noch nicht rein. Hast Du einen Tip für mich, wo ich in Texas oder auch Hamburg fesche bekomme?
Freue mich auf Deine Antwort und wünsche Dir einen sonnigen Wochenbeginn,
viele Grüße Britt

von Britt am 05.11.18

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