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Oktober: Hello Hearts!

von Susanne Kaloff
am

MUST READ OKTOBER

Kolumnistin Susanne Kaloff macht sich ab sofort jeden Monat ein paar Gedanken für uns, wie die Tage und Nächte süßer werden. Also theoretisch jedenfalls.

Fünf gern gemachte Fehler im Herbst, wie man sie vermeidet oder wenigstens was fürs Leben daraus lernt.

1. Im Wind zu stehen. Letzte Woche war ich bei einem TCM Arzt, also einem traditionellen chinesischen Mediziner. Genaugenommen war es kein Mann und auch kein Chinese, dafür eine Ärztin, die mit Nadeln in meine Milz pikste. Während sie meine Meridiane aufspürte, meinte sie, alles steht und fällt mit der Milz. Die Milz sei die Mitte. Ich solle ausschließlich warm essen und trinken, mich vor dem Herbst hüten und aufpassen, dass der Wind nicht in mich, ähm, eindringt. Okay, ich gebe Acht, sagte ich, kochte mir einen Haferbrei und kaufte mir postwendend einen laubbunten Missoni Oversize Pullover, durch dessen grobe Maschen es zieht wie Hechtsuppe.
2. Weit verbreitet auch jenes Malheur: Das blockierte Chi nicht ernst zu nehmen. Was die Ärztin mir noch mit auf den Weg gab? Mein Yang geht steil, mein Yin ist total durch den Wind, ach du liebes bisschen! Das Yang ist aktiv, wärmend, gebend, das Yin eher passiv, kühlend und empfangend, und die Welt ist dualistisch. Wir kennen ja alle das Eso-Symbol, der Kreis, mit dem weißen Yang und dem schwarzen Yin. Neulich trug Alexa Chung, die übrigens eine irre Nervensäge sein soll, mal einen Ring mit dem Zeichen, woraufhin sämtliche modeaffine Frauen Flohmarktstände auf links drehten. Jenseits eines Modetrends liegt hinter Yin und Yang jedoch eine profundere Nachricht: Der Rhythmus der Natur ist unbestechlich.
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3. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit das nette Mädchen zu sein. Ob zu viel Yoga schadet? Darüber habe ich lange nachgedacht, nicht bloß, weil meine Schulter zurzeit leidet, sondern auch weil ich eine Beobachtung gemacht habe: Warum sagen Frauen neuerdings eigentlich in jedem Satz milde lächelnd „Herrlich!“? Selbst dann, wenn es draußen aus Eimern schüttet, sie kurz vorm Nervenzusammenbruch stehen und in Wahrheit alles zum Heulen ist? Ich bin erklärter Fan einer positiven Weltsicht und heiterer Freundlichkeit, aber mir geht dieser krampfhaft verklärte Blick auf den Ast. Habe mich deshalb doch dagegen entschieden auf den Rücken meiner Army Jacke die Worte The Nice Girls Club zu sticken. Fühlt sich herrlich an!
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4. Das Album Lust for Life von Lana Del Rey zu überhören. Denn es ist hervorragend! Nicht nur, weil Stevie Nicks, Asap Rocky und The Weeknd mit Lana im Duett singen, sondern auch, weil darauf die wunderbare Zeile zu hören ist: „Because we’re just beautiful people with beautiful problems.“ Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
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5. Nicht noch heute mit der Meditation zu beginnen. Ein ruhiger, klarer Geist ist nämlich der einzige friedliche Ort auf der ganzen Welt. Das Mantra für den Oktober fand ich auf Insight Timer, eine Meditations App, die ich sehr empfehlen kann: You are the sky, everything else is just the weather. Nein, viel komplizierter ist es nicht.

1 Kommentare

Genial und leichtfüßig wie immer!

von Claudia Schink am 08.10.17

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